LFW24: Lieferantenwechsel innerhalb 24 h ab Juni 2025
Risiko und Chance fürs Leerstandsmanagement
Ab dem 06. Juni 2025 ändert sich die Energieversorgung für leerstehende Immobilien grundlegend. Der verpflichtende 24-Stunden-Lieferantenwechsel stellt die Wohnungswirtschaft vor neue Herausforderungen – bietet aber auch erhebliche Optimierungspotenziale. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Leerstandsmanagement zukunftssicher gestalten und von der Digitalisierung profitieren können.
Das Problem: Leerstand wird komplexer
Leerstehende Wohnungen und Gewerbeeinheiten verursachen schon heute erheblichen Aufwand.
Sie müssen versorgt, abgenommen, dokumentiert und wieder bereitgestellt werden. Oft unter Zeitdruck und mit vielen Beteiligten.
Ab dem 06. Juni 2025 steigt dieser Druck massiv: Dann müssen Energieversorger den Wechsel zu einem neuen Anbieter binnen 24 Stunden technisch umsetzen. Diese Verpflichtung – kurz LFW24 – basiert auf dem Beschluss der Bundesnetzagentur (BK6-22-024) und ist Teil eines umfassenden regulatorischen Umbaus des deutschen Strommarktes. Für Immobilienverwalter bedeutet das: Was früher Wochen dauerte, muss künftig binnen eines Tages erledigt sein. Ein Meilenstein für die Immobilienwirtschaft.
Künftig gilt:
- Der Lieferantenwechsel muss innerhalb eines Werktags nach Zugang der Wechselmeldung erfolgen.
- Der Prozess muss vollständig digital und standardisiert abgewickelt werden – über die Vorgaben der Marktkommunikation Strom (MaKo).
- Netzbetreiber, Lieferanten und Marktpartner müssen technische Systeme bereitstellen, um diese Frist einzuhalten.
- Rückwirkende Anmeldungen sind nicht mehr möglich.
Konkrete Auswirkungen auf Ihr Leerstandsmanagement
Zwischen Auszug und Neueinzug bleibt oft nur ein Tag. Die Wohnung muss nicht nur übergeben, sondern auch stromtechnisch korrekt umgemeldet sein, sonst drohen Doppellieferungen, Rückfragen oder Abrechnungsfehler. Falsche oder unvollständige Angaben, etwa bei der Zählernummer oder Adresse, führen zu Systemablehnungen. Ohne digitale Qualitätssicherung entstehen so Mehrarbeit und Fristverletzungen. Entscheidend ist auch die Marktlokations-ID (MaLo-ID), eine Art digitale Kennung für jeden Stromanschluss, die künftig bei jedem Wechselprozess angegeben werden muss. Zudem wird die Kommunikation zwischen Immobilienverwaltern, Netzbetreibern und Energieversorgern ausschließlich über API-Integration und Webdienste erfolgen. Papierbasierte Workflows haben ausgedient.
Die Auswirkungen im Überblick:
- Enge Zeitfenster für die Versorgung leerer Einheiten
- Fehlerhafte Daten werden zum unmittelbaren Problem
- Die Marktlokations-ID (MaLo-ID) wird entscheidend
- Digitale Kommunikation wird Pflicht
Technische Umsetzung nach GPKE-Standard
Klare Vorgaben der Bundesnetzagentur verlangen eine technische Umsetzung nach dem GPKE-Standard. Sämtliche Daten müssen im GPKE-konformen Format (Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität) bereitgestellt werden. Zudem ist die Kommunikation ausschließlich über definierte Marktprozesse (MaKo) abzuwickeln. Alle Marktrollen sind verpflichtet, die vorgegebenen Fristen einzuhalten, während gleichzeitig eine präzise Datenqualität sichergestellt sein muss.
Typische Problemfelder, die Sie jetzt angehen sollten
- Fehlende Synchronisation zwischen Wohnungsübergabe und Strommeldung
- Manuelle Kommunikation mit Versorgern
- Unvollständige oder veraltete Objektstammdaten
- Unsynchronisierte Prozesse
Lösungsansatz:
Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es einen durchdachten digitalen Ansatz. Digitale Plattformen ermöglichen ein Leerstandsmanagement, bei dem alle Prozesse – von der Wohnungsübergabe bis zur Energielieferung – nahtlos ineinandergreifen. Klare, strukturierte Abläufe mit eindeutigen Zuständigkeiten und klar definierten Fristen sorgen dafür, dass jeder Beteiligte genau weiß, was zu tun ist. Ein weiterer Schlüssel ist die Qualität der Daten: Nur eine valide, aktuelle Datenbasis ermöglicht eine reibungslose Marktkommunikation. Dazu gehört die saubere Erfassung der MaLo-ID, die regelmäßige Prüfung aller Zählernummern und die Führung eines zentralen Verzeichnisses aller Versorgungspunkte.
Umsetzung auf der Zielgeraden – wo stehen Sie aktuell?
Damit der Stichtag 06. Juni 2025 nicht zum Stressfaktor wird, sollten folgende Schritte bereits erledigt sein:
Ende 2024
- Bestandsaufnahme der aktuellen Prozesse und Systeme
- Prüfung der Systemkompatibilität (MaKo, API, Datenformate)
- Klare Verantwortlichkeiten und Projektstruktur
- Auswahl geeigneter Softwarelösungen
Q1 2025
- Start der Datenbereinigung (Zählernummern, MaLo-IDs, Objektdaten)
- Schulungen für alle relevanten Teams
- Implementierung oder Anpassung der IT-Systeme
Wir befinden uns in Q2 2025 – und jetzt wird’s ernst:
Q2 2025 (April–Juni)
- Testläufe mit Pilotobjekten
- Feinabstimmung von Prozessen und Schnittstellen
- Letzte Schulungsrunden und interne Freigaben
Ab dem 06. Juni 2025:
LFW24 tritt in Kraft – der Lieferantenwechsel muss innerhalb von 24 Stunden technisch umgesetzt sein!
Fazit: Digitalisierung ist Voraussetzung für Regelkonformität
Die neue Regelung macht die Energieversorgung zum festen Bestandteil eines digitalen Leerstandsmanagements. Automatisierte Leerstandsprozesse senken Aufwand, reduzieren Fehlerquellen und schaffen Transparenz.
Wer jetzt handelt, profitiert doppelt: reibungslose Umstellung auf LFW24 und wirtschaftliche Vorteile. Mit EN.Flow haben Sie dafür die passende Lösung, optimal abgestimmt auf die Bedürfnisse der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.
Praxisbeispiel: Wie eine digitale Lösung Leerstandsprozesse optimiert
Bei einer Immobilienverwaltung mit 3.500 Einheiten fielen in einem Monat 30 Mieterwechsel an. Mit EN.Flow konnte die Verwaltung dabei:
- 45 % der benötigen Zeit für die gesamte Wohnungsabnahme und -übergabe sparen
- Ihre Kosten für 30 Mieterwechsel um 900 € senken.
Das Erfolgsrezept:
Digitalisierung, klare Prozesse und spezialisierte Software.
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