Grüne Wärme für Lostau – ein klimaneutrales Wärmeprojekt für Mehrfamilienhäuser

Die Wärmewende als Quartierslösung: Wir stellen unser klimaneutrales Wärmeprojekt in Lostau vor.

 

Einen Gaskessel mit Pufferspeicher findet man noch immer in den meisten Heizungskellern. Doch diese Art zu Heizen ist schon längst nicht mehr zeitgemäß. Multivalente und volldigitalisierte, grüne Heizsysteme, wie Wärmepumpen oder auch Solarthermie, liegen ganz klar im Trend. Sind diese nicht nur umweltfreundlich, sondern schonen auch den Geldbeutel der Mieter. Wir zeigen, was der Markt hergibt! Und wie in unserem speziellen Beispiel in Lostau trotz Umrüstung keiner frieren oder gar ausziehen musste.

Doch zuerst zu einer der wichtigsten Fragen:

Sind Wärmepumpe, Solarthermie und Photovoltaik bezahlbar?

    Die Preise für Erdgas, Heizöl und Fernwärme sind in den letzten beiden Jahren um bis zu 400 % (!) gestiegen. Zahlte man 2020 noch 5 ct für die Kilowattstunde bei Erdgas, sind es mittlerweile stolze 20 ct. Dazu kommt die CO2-Steuer, die derzeit mit 30 € pro Tonne, oder ca. 0,5 ct extra pro Kilowattstunde zu Buche schlägt.

    Doch rechnen wir das mal so um, dass es auch greifbar wird. Aktuell zahlen Sie rund 60 € CO2-Steuer pro Jahr (30 €/t). Bis 2026 wird sich diese Abgabe auf 130 € (65 €/t) mehr als verdoppeln. Die Empfehlungen des Umweltbundesamtes gehen sogar von einer CO2-Steuer von bis zu 765 €/t ab dem Jahr 2025 aus. Dazu kommen die steigenden Preise für fossile Brennstoffe.

    All diese Kosten können Sie sich schenken, wenn Sie auf regenerative Energien, also grüne Energieträger, setzen.

    Quartierslösung Lostau – eine intelligente Kombination verschiedener grüner Energieträger

    In Lostau befinden sich fünf Mehrfamilienhäuser, dessen Eigentümer sich entschlossen hat, die Heizungsanlage umzurüsten. Weg von der altbackenen Gastherme, hin zu grüner Energie. Dort wurden einfach die Vorteile verschiedener Energieträger für die Gewinnung von Öko-Wärme miteinander kombiniert. Am Beginn der Energiekette stehen die Luft-Wasser-Wärmepumpen. Diese nutzen die Umgebungsluft für die Erzeugung von Warmwasser und Heizwärme.

    Damit dieses Temperaturniveau weiter angehoben werden kann, stehen im Heizungskeller Wasser-Wasser-Wärmepumpen bereit. Diese heben das Temperaturniveau des bereits vorgewärmten Wassers weiter an und sorgen erst dafür, dass die Lösung Wärmepumpe im Bestandsgebäude wirklich effizient ist. Diese innovative Lösung im Rahmen einer Modernisierung umzusetzen, ist ungleich schwieriger als bei einem Neubau. Doch wir haben dafür die passenden Prozesse parat.

    Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach versorgt die Wärmepumpen mit Strom und zusätzlich die Mietparteien mit sauberem Ökostrom.

    Als Backup dient nach wie vor Gas, welches bei Minusgraden etwa 5 % der Energiemenge bereitstellt.

    Durch die Modernisierung der Heizungsanlange im Objekt Lostau profitieren die Mieter deutlich von den niedrigeren Energiekosten. Der CO2-Ausstoß wurde um 95 % gesenkt und somit auch die zu zahlende CO2-Abgabe.


    Alte und neue Heizungswelt

    Gegenüberstellung der bestehenden Heizungsanlage (links) und des im Bau befindlichen multivalenten Heizungssystems (rechts) 


    Wasser-Wasser-Wärmepumpe – ein leuchtendes Beispiel für effiziente und nachhaltige Energienutzung

    Im Grunde genommen ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Grundwasserpumpe. Sie kommt dort zum Einsatz, wo es zwei Grundwasserbrunnen gibt. Der erste Brunnen dient als Versorger (Saugbrunnen). In den Zweiten wird das Wasser wieder eingespeist (Schluckbrunnen).

    Ähnlich wie bei der Luftwärmepumpe wird hier jedoch Wasser angesaugt. Die thermische Energie des Grundwassers wird über einen Kältemittelkreislauf aufgenommen. Das Kältemittel verdampft. Der Dampf wird in einen Verdichter geleitet. Durch den Druck des Dampfes wird seine Temperatur erhöht und an das Heizsystem oder einen Pufferspeicher abgeleitet. Das genutzte kalte Wasser wird dann dem zweiten Brunnen wieder zugeführt.

    Das Besondere bei dieser Art der Energiegewinnung ist die außergewöhnlich hohe Effizienz. Für 5 Kilowattstunden erzeugter Energie muss lediglich eine Kilowattstunde an Strom aufgewendet werden. Zum Vergleich die Wirkungsgrade anderer Wärmepumpen-Typen:

    • Luft-Wasser-Wärmepumpe: 3
    • Sole-Wasser-Wärmepumpe: 4
    • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 5

    In Lostau nutzen wir die Vorteile und den hohen Wirkungsgrad der Wasser-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit der Luftwärmepumpe in Ermangelung eines Grundwasserbrunnens. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Wirkungsgrad von 3,5 (Jahresarbeitszahl).


    Wie funktioniert ein bi- oder multivalentes Heizungssystem?

    Eine bi- oder auch multivalente Heizungsstrategie kombiniert die Vorteile und Eigenschaften verschiedener Heizungssysteme auf intelligente Weise miteinander. So werden über digitale Steuerungssysteme die verschiedenen Wärmepumpen-Systeme kombiniert. Notfalls lässt sich auch der Oldschool-Energieträger Gas in die Wärmestrategie flechten. So stehen immer genügend Reserven für eine nahtlose Energieversorgung mit Warmwasser und Heizwärme bereit und die Jahresarbeitszahl kann entsprechend hochgehalten werden.

    Diese Lösung haben wir Ihnen bereits in unserem Blogbeitrag für Raschau vorgestellt.
    → Hier nachlesen: CO2-neutrale Wärmeversorgung im Bestandsgebäude


    Grüne Wärme – Unser Referenzprojekt „Lostau“ in Sachsen-Anhalt

    So schaut unser Quartierslösung für die Modernisierung der fünf Gebäude mit je 400 m² Wohnfläche in Lostau aus:

    • Vier Pufferspeicher á 800 l
    • Luft-Wasser-Wärmepumpe von außen
    • Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für die Anhebung des Temperaturniveaus der von außen erzeugten Wärme
    • Eine Photovoltaik-Anlage zur Versorgung der Wärmepumpen und zur Erzeugung des Stroms der Mieter
    • Intelligentes Steuerungssystem

    Der Wärmebedarf eines Gebäudes liegt bei 200.000 kWh pro Jahr. Die benötigte Strommenge dafür beträgt ca. 57.000 kWh. 15 % davon (8.500 kWh) können über die Photovoltaik-Anlage bereitgestellt werden.

    3D-Modell des multivalenten Heizungssystems

    Unvorhersehbares passiert, während Du im Heizungskeller Pläne machst

    Solch ein Projekt sieht in der Planungsphase auf dem Papier immer super aus. Ist man dann jedoch vor Ort, ergeben sich oft spontane Probleme, die gelöst werden müssen. In Lostau standen wir vor folgenden Herausforderungen:

    • Überraschende Gasleitung an ursprünglichen Aufstellplätzen
    • Materialengpässe und Lieferverzug von Wärmepumpen
    • Platzprobleme im Heizungskeller
    • Alte Fernwärmeleitungen, die gekreuzt werden müssen

    Trotz aller Widrigkeiten haben wir das Projekt „Quartierslösung Lostau“ erfolgreich und innerhalb des geplanten Zeitraumes zum Abschluss gebracht. Kein Mieter musste frieren oder sich aufgrund von Baulärm Watte in die Ohren stecken. Die Kommunikation mit allen Parteien und allen Gewerken lief wirklich vorbildlich. Wir sind stolz darauf, ein weiteres leuchtendes Beispiel für die Gewinnung von Wärme durch grüne Energie in die Welt gesetzt zu haben.

    Erneuerbare Wärmeversorgung im Bestandsgebäude mit EN•Heat

    Alle Mietparteien der Bestandsgebäude in Lostau profitieren künftig von geringeren Energiekosten, der klimaneutralen Wärmeversorgung und Warmwasseraufbereitung. Dafür wurde die bestehende Gasheizung durch unser multivalentes Heizungssystem mit Wärmepumpen ausgetauscht. Die Quartierslösung mit insgesamt fünf Gebäuden ist nun zukunftsfähig.

    Mehr dazu in unserem Video.


    Ich bin Ihr Experte für
    klimaneutrale Wärmeversorgung
    von Bestandsgebäuden

    Vereinbaren Sie gleich einen Termin mit mir. Ich freue mich, Ihnen unsere Systemlösung für Ihre Bestandsgebäude persönlich vorzustellen.

    FRANZ ATHENSTAEDT

    Enloc Energy GmbH
    — Head of Business Development